Vancouver Experiences


Von Lichtern, Stolz und Schindereien. Teil III by Tobias
08/04/2010, 5:27 nachmittags
Einsortiert unter: Allgemein

Kanada ist ja bekanntermaßen berüchtigt für seine Aufgeschlossenheit gegenüber Dingen, die mancher als “alternativen Lebensstil” bezeichnen würde, und die Kanadier sind stolz drauf. In der Tat so stolz, dass die hiesige “Pride Parade” mit zweieinhalb Stunden eine ziemlich beeindruckende Länge erreichte. Aber folgender Person muss ich uneingeschränkt zustimmen C. aus  N. am R.: “Aber es kommt ja nicht nur auf die Länge an.”

Deswegen noch ein paar zusätzliche Eindrücke: wie schon bei der Parade zum Canada Day lag auch diesmal der Schwerpunkt wieder auf Vielseitigkeit. Man bekam eben nicht nur die polierten Muckibudenpseudoschönlinge zu Gesicht sondern bekam die gesamte Palette des Regenbogens präsentiert. Auch in Bezug auf teilnehmende Organisationen traf man bei weitem nicht nur  die “üblichen Verdächtigen” an. Neben den obligatorischen Vereinen zur Förderung von Gleichberechtigung, den Schwestern der perpetuellen Indulgenz, Brustkrebshilfe und ähnlichen, marschierten auch Feuerwehr, Polizei, Sportvereine, Grundschullehrer, Radio- und Fernsehsender sowie viele, viele mehr auf. Natürlich dürfen bei derartigen Veranstaltungen die üblichen Klischees auch nicht fehlen, weswegen es auch reichlich “Dikes on Bikes” und bunte “Fairies” gab.

Die üblichen Verdächtigen I

Die üblichen Verdächtigen II

First Nation

“Serving with pride”

Der Herr, der hier stolz die russische Flagge schwenkt, gesellte sich kurze Zeit später zu uns, um sich den Rest der Parade anzuschauen. Wir hatten allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht den blassesten Schimmer von welcher Prominenz wir umgeben waren. Nikolai Alekseev, Aktivist für die Akzeptanz Homosexueller in seinem Heimatland und jährlich aufs Neue Organisator der Moskauer Parade, deren Durchführung jahrein, jahraus immer wieder untersagt wird, erhielt den diesjährigen “Vancouver’s Pride International Hero Award”.

Zum Schluss noch ein Bild wie es ganzjährig keine zwei Minuten von unserem neuen Domizil (wo genau das ist verrat ich euch später – vielleicht) zu sehen ist. Stolz wird hierzulande zwar mitunter etwas inflationär zum Ausdruck gebracht, ist aber alles andere als eine Eintagsfliege.



Von Lichtern, Stolz und Schindereien. Teil II by Tobias
08/04/2010, 1:46 vormittags
Einsortiert unter: Allgemein

Der ein oder andere Leser erinnert sich vielleicht noch an den Beitrag vom letzten November, in welchem ich das Versprechen abgab bei der nächsten Fahrt zum Grouse Mountain nicht wieder den einfach Weg zum Gipfel zu wählen.

Mark und Damian, die so freundlich waren die Bilder für den letzten Beitrag zur Verfügung zu stellen, waren auch wieder mit von der Partie. Gemeinsam wollten wir die 850m Höhenunterschied in weniger als 3km in Angriff nehmen.

Kurz vor Beginn des Aufstiegs waren wir, wie man sieht, noch frisch und munter.

Wenig später sah die Sache dann schon deutlich anders aus. Erstaunlicherweise gelingt es dem Bild meinen Geisteszustand überaus treffend darzustellen.

Dafür ist man umso glücklicher, wenn man die Strapazen erst einmal hinter sich hat.

Immerhin war der Aufstieg sehr lohnenswert, sobald wir den Gipfel erklommen hatten, klarte das Wetter zunehmend auf. Obendrein waren diesmal auch alle Sommerattraktionen zugänglich:

Die Bären im großen Habitat und etwas aktiver als kurz vor der Winterschlafphase,

die Holzfällershow mit Humor,

sowie Flugdemonstrationen verschiedener Raubvögel

und der Ausblick ist nach wie vor phantastisch.

Nun wissen wir jedenfalls, dass der Grouse Mountain Grind seinen Namen nicht zu Unrecht trägt, aber die Schinderei ist es durchaus wert.



Von Lichtern, Stolz und Schindereien. Teil I by Tobias
08/02/2010, 12:35 vormittags
Einsortiert unter: Allgemein

In den vergangenen zwei Wochen traten vier Nationen an, um während der “Celebration of Light” ihr Können in Sachen Feuerwerk mit musikalischer Untermalung unter Beweis zu stellen. Den Auftakt lieferten die USA mit einem sehr kraftvollen Auftritt zu amerikanischen Tönen von Jazz bis Rock. Anschließend vollbrachten die Spanier ein gelungenes Crescendo zu etwas gesetzteren klassischen Melodien. Das mexikanische Programm ist uns leider aufgrund unseres Aufenthaltes in Seattle (dazu später mehr) entgangen. “Last but not least” durften die Chinesen zeigen, dass sie den anderen in nichts nachstehen und zeigten eine wundervolle Darbietung zu asiatischen Klängen, welche das definitiv gewaltigste Finale beinhaltete.

Trotzdem schien die sorgfältige Komposition der Spanier bei den Juroren besser anzukommen, so dass sie auch hier einen verdienten Sieg davon trugen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

ein paar etwas surreal anmutende Impressionen des chinesischen Feuerwerks – für bessere Optik empfiehlt sich ein Aufenthalt in Vancouver (oder wir nehmen einfach mal ein Stativ mit).



O Canada, our home … by Tobias
07/02/2010, 2:58 vormittags
Einsortiert unter: Allgemein

Canada Day kam und ging und da ich dem geneigten Leser schon Artikel wie “Deutschland. Ein Wintermärchen”, “Tobias’ wahnwitzige Jobsuche” und “Grau Grau Grau” vorenthalten habe wird es mal wieder Zeit.

Das Hornby-Haus ist chaotisch wie eh und je, 25 verschiedene Mitbewohner aus 8 Nationen in weniger als einem Jahr. Eine empfehlenswerte Erfahrung – aber vielleicht ist es doch langsam an der Zeit sich nach etwas eigenem umzuschauen. Wir wollen ja schließlich auch mal Gäste empfangen.

Da Robert sich ins sonnige Blacksburg in Virginia verkrümelt hat, um Strings zu studieren, habe ich mir den Nationalfeiertag ohne ihn um die Ohren schlagen müssen/können/dürfen. Mit der freundlichen Unterstützung unserer neuen Hamburger Mitbewohner Oliver und Leandra war das allerdings keine gar zu große Hürde. Die Parade zeigte Kanada von seiner multikulturellen Seite und wäre das ein oder andere Foto wert gewesen, doch die Kamera ist auf US-Urlaub. In den späten Abendstunden haben die Kanadier gezeigt, dass sie doch fähig sind ein ordentliches Feuerwerk zu veranstalten und haben damit die Silvesterschlappe wieder etwas gutgemacht.

Aus gegebenem Anlass:

O Canada

oder die etwas andere aber nicht weniger patriotische Version

Canadian, please



Robert allein zu Haus by Robert Klinzmann
02/06/2010, 4:40 vormittags
Einsortiert unter: Allgemein

Liebe Leser,

um es vorweg zu nehmen, ich bin nicht wirklich allein zu Haus, denn unsere Mitbewohnerinnen gibt es ja auch noch. Aber was bin ich nur ohne Tobias? Ueber meinen ersten Waschtag, bei dem ich nicht Tobias nach den Einstellungen der Waschmaschine fragen konnte, wollen wir gar nicht reden. Nur soviel: die Waesche hat es ueberlebt, die Maschine auch :)

Mein Arbeits- und Schlafrhythmus hat sich seitdem ich das ganze Bett fuer mich allein habe, ein bisschen Richtung Nacht verschoben. Aufstehen zwischen 10 und 12 Uhr Mittag, arbeiten bis 1 Uhr nachts. Vier Wochen kann man das mal machen. Gekocht habe ich bisher nur ein einziges Mal, naemlich gestern, als Moritz aus Berlin zu besuch war. Er ist bis Mitte April in Vancouver an der Feinduniversitaet SFU. Ansonsten esse ich mal hier mal da, ganz gern aber California Rolls (Sushi) an der Uni. Preiswert, lecker und gesund. OK, ich verschweige nicht, dass ich letztes Wochenende Putine gegessen habe: Pommes Frites mit Bratensoße und Kaese. Hoert sich ekelhaft an, ist aber durchaus sehr lecker. Ach ja, ein Herzinfarkt aufgrund des hohen Fettanteils, hatte ich nicht. Glueck gehabt! Maxim und Jenni haben mich auch einmal bekocht und am Sonntag duerfen Sie im Gegenzug meine durchaus leckeren Eierkuchen probieren.

Das Wetter in der Stadt ist momentan fuer die Jahreszeit viel zu warm. Man koennte fast schon meinen, dass in einer Woche die olympischen Sommer- und nicht Winterspiele beginnen. Bei ueber + 10 (C) Grad – die letzte beiden Tage mal wieder 14 (C) Grad – fangen die ersten Vancouveriten an Shorts zu tragen. Das tun sie aber auch bei -5 (C) Grad. Meine dicke Winterjacke liegt uebrigens immernoch in der grossen Reisetasche. Was fuer eine Platzverschwendung, denn eine Winterjacke entspricht mindestens fuenf Mathematikbuecher mehr, die ich haette mitnehmen koennen. Mist! Aber die Schneeprobleme im Hausberg (oder sagt man am Hausberg) sind mittlerweile riesen gross. Vor zwei Wochen wurde Cypress-Mountain fuer die Oeffentlichkeit gesperrt und im Minutentakt rollt Schnee aus hoeheren Lagen auf LKWs heran. Die Skipisten fuer die dortigen Wettbewerbe (Snowboard & Freestyle) werden durchgaengig ohne Pause praepariert. Oekologisch natuerlich ein Desaster. Aber wer haette schon ahnen koennen, das nach dem Rekord Schneewinter im letzten Jahr ein Rekordwinter bezueglich warmer Temperaturen ansteht. Ich mag es irgendwie dennoch :)

An der Uni hat Anfang Januar das zweite Wintersemester begonnen. Die Korrekturen fuer den Kurs “Matrix Algebra” sind bisher sehr angenehm. Auf jeden Fall irgendwie leichter korrigierbar als Differentialrechnung. So langsam kann ich mich auch mit technischen Sachen wie Stacks und Gerbes anfreunden, was soviel heisst wie: es geht voran.

Da die letzten zwei Wochen Australien Open Tennis in Melbourne ausgetragen wurde, konnte man mich desoefteren im Cafe “Calhouns”  antreffen. Es hat 24 Stunden, 7 Tage die Woche geoeffnet und ist damit hervorragend geeignet die hochklassigen Tennismatches Nachts zwischen 1 und 4 Uhr zu verfolgen. Zudem ist das WLan kostenfrei und Getraenke und Speisen sehr lecker. Da auch der oeffentliche Nahverkehr in der Woche ab 1.30 Uhr sein Schlaefchen macht (was er sich auch verdient hat), kam es vor, dass ich das ein oder andere mal den Weg per Fuss nach hause antreten musste. Dabei sind die folgenden naechtlichen “Panorama”aufnahmen von Downtown entstanden, die ich mit unserer neuen Digitalkamera aufgenommen habe (die Alte ist ja kaputt gegangen). Ich haette garnicht gedacht, dass eine Digitalkamera solche Aufnahmen machen kann. Wieder etwas gelernt.

Die Bilder kann man sich unter http://picasaweb.google.com/robert.klinzmann/VancouverAtDay?feat=directlink und http://picasaweb.google.com/robert.klinzmann/VancouverNight anschauen.

Uebrigens: die Strahler, die in einigen Nachtaufnahmen zu sehen sind, sind Teil eines Kunstprojektes waehrend der olympischen Spiele. Man kann sich online unter http://www.vectorialvancouver.net/home.html registrieren und selbst bestimmen, wie die Lichter ungefaehr 15 Sekunden lang ausgerichtet sind. Nette Idee.

Ich geniesse noch die letzten zwei Loeffel Oreo-Cookie-Eis (lecker, lecker, lecker, lecker) und gehe dann schlafen. Gute Nacht!



Wenn einer eine Reise tut … by Tobias
02/01/2010, 7:07 nachmittags
Einsortiert unter: Allgemein

So schnell waren fünf Monate ins Land geflossen und es hieß für mich die Reise nach Deutschland anzutreten. Da direkte Reiserouten nicht nur langweilig sondern natürlich auch deutlich teurer sind hatte ich beschlossen einen kleinen Umweg zu nehmen, das macht der moderne Reisende eben so. Gedacht … Gebucht – und halbe Sachen machen wir auch nicht, wenn dann richtig. Also nicht nur ein paar reine Flugkilometer (und -stunden) aufs Konto gepackt sondern auch noch ein wenig Busfahren und bloß nicht zu kurze Wartezeiten.

Sonntag in den frühen Abendstunden ging es also los, den Koffer zur Bushaltestelle geschleift und auf den Weg nach Seattle gemacht. Unterwegs das spannendste Stückchen der gesamten Reise: Grenzübergang in die USA. Dieser war dann doch harmloser als befürchtet. Auch wenn der Grenzbeamte einige Probleme damit hatte zu begreifen, dass ich in sein Heimatland nur einreisen möchte, um es sofort wieder zu verlassen. Downtown Seattle bei Nacht war schon ein beschaulicher Anblick, wenn auch der einzige während der gesamten düsteren Busfahrt.

Warten auf dem Flughafen, aber es sind ja nur sieben Stunden bis zu check-in am nächsten Morgen. (Hatte ich nicht erwähnt, dass der abenteuerlustige Reisende seine Wartezeiten so plant, dass mit der Zeit auch wirklich nichts sinnvolles anzufangen ist.) Nach gefühlten 157 Runden im Flughafengebäude und ein paar gedösten Stunden auf den ausgezeichnet gepolsterten Stühlen in den Wartebereichen endlich den Koffer losgeworden und auf gehts zum DUTY FREE Bereich. Hunger machte sich so langsam breit und der Mexikaner den ich in der Ferne sah machte Appetit auf einen vegetarischen Burrito. Doch weit gefehlt unwissender Amateurreisender – Sie sind jetzt in Amerika und es ist Frühstückszeit. Wie ich lernen musste bedeutete das Rührei sowie gebratenen Schinken und Würstchen an jedem Stand, egal ob Mexikaner, Japaner oder Burgerbude. Dann lieber doch nur eine heiße Schokolade und ein bisschen durch die Geschäfte schlendern bis ich an Bord gehen kann.

Fliegen war seit dem letzten mal noch immer nicht spannender geworden. Irgendwann etwa jetzt wäre die Reise mit einer Direktverbindung schon beendet gewesen – wie gesagt: langweilig! Landung auf dem Flughafen Newark mit Blick auf die New Yorker Skyline in der Nachmittagssonne – endlich ein vegetarischer Burrito bevors ins nächste Flugzeug geht. Ein paar Turbulenzen schaukeln einen achtstündigen unruhigen Schlaf. Landung in einem nebligen Berlin nach etwa 30 (in Worten: dreißig) Stunden Reisedauer. Spontan einen kleinen Abstecher eingelegt damit die Reise nicht so schnell vorbei geht und an der TUB einen Zug für die Weiterfahrt rausgesucht – extra einen später, um ein wenig Wartezeit zu gewinnen.

Oh, die Bahn hat sich auch was tolles ausgedacht: Sie haben beschlossen den Zug zur Feier des Tages einfach drei Stationen vorher enden zu lassen damit ich nochmal umsteigen darf: Juhu endlich denken die mal mit – ich liebe Überraschungen. Mein Brüderlein hat nicht vergessen dass es mich vom Bahnhof abholen wollte (und ist auch nicht schon wieder weg weil ich natürlich durchs zusätzliche Umsteigen später dran war als angekündigt) – also leider keine weitere Verzögerung, oder? Nur noch ein kleiner Umweg über seine Wohnung, um den Schlüssel zu holen. Kurze Besichtigung, dann wieder los und zwei Tage lang Jet-Lag ausschlafen.

Fazit: So muss das aussehen unter dieser Zeit würde ich nie wieder auf Reise gehen, man hat ja sonst gar nichts davon und damit ihr seht, dass ich das auch ernst meine hier geplante Heimreise:

  • gleich von Anfang an Spannung reinbringen und den Berliner Nahverkehr auf dem Weg zum Flughafen benutzen
  • beide Flüge etwa eine Stunde länger
  • vier Stunden mehr Aufenthalt in Newark, damit ich mich da endlich mal bissel umschauen kann
  • zwei Stunden mehr aufenthalt in Seattle, natürlich wieder über Nacht


Weinachten … oder: Ein Beitrag vom Grinch by Tobias
01/29/2010, 11:31 vormittags
Einsortiert unter: Allgemein

Wie die meisten von euch wissen bin ich ein selbsterklärter Weihnachtsmuffel. Dies, gemeinsam mit meiner allgemeinen Trägheit, ist vermutlich auch der Grund, dass ihr so lange auf diesen Beitrag habt warten müssen:

Die erste positive Erfahrung die der Muffel machte war, dass, aufgrund eines anderen sonderbaren Festes namens Halloween, die Geschäfte zumindest bis Ende Oktober von Baumschmuck und Weihnachtsleckereien befreit blieben. Damit hatte der Muffel auch endlich eine Erklärung für die Daseinsberechtigung dieses eigenwilligen Spektakels.

Doch auch später blieben Dekorationen eher sparsam und dezent, stellenweise sogar spärlich, so dass das Muffelherz ein wenig höher schlug. Das Fehlen von Ständen am Straßenrand, welche bereits am Morgen Düfte von Gebackenem, Gebratenem und Frittierten verbreiteten, sorgte dafür dass der arme nüchterne Muffelmagen nicht Achterbahn fahren musste. Die Adventszeit rückte heran, doch auch als in der Muffelheimat bereits mehrere Lichter an den Kränzen brannten änderte sich am Stadtbild wenig. Selbst der Muffel hatte jedoch nichts gegen ein klitzekleinwenig Weihnachtsstimmung, die aber irgendwie so gar nicht aufkommen wollte. Die rettende Idee: Plätzchenbacknachmittag mit Freunden — die gewünschte Wirkung blieb nicht aus und wurde durch einen spontanen Soloeinsatz des Muffels am Weihnachtsmorgen noch ein wenig verstärkt. Auch die Mitbewohner des Muffels waren dem Ergebnis nicht abgeneigt.

So löste sich der Muffel mit jedem Keks, Dominostein oder Stollenstückchen ein wenig mehr in Wohlgefallen auf. Am Ende erklärte er sich sogar beireit einen Festtagsbraten zuzubereiten, der mit französischen Vor- und Nachspeisen ergänzt wurde. Dick und rund schickte der Muffel sich an erneut seinen neunmonatigen Schlaf zu beginnen.

Nachdem wir also den Muffel zur Ruhe gelegt hatten stand auch schon der Jahreswechsel ins Haus und wir hatten uns ein hübsches Plätzchen ausgesucht von dem man einen netten Blick über die Stadt haben würde. Der Zeitpunkt für den Mitternachtsspaziergang war herangerückt, die Uhr schlug zwölf, ein Jubeln geht durch Wohnzimmer und Bars … und es kehrte wieder Stille in die Stadt ein. Das erhoffte Feuerwerk blieb, von ein paar vereinsamten, verirrten Raketen abgesehen, aus. Es war ein wenig so, als hätte der Muffel beschlossen noch einmal kurz zu blinzeln.

Fazit: Es scheint so, als ob den Kanadiern in Vancouver nach dem Erntedankfest und Halloween ein wenig die Puste ausgegangen ist und ihnen die Energie für die winterlichen Feste fehlte. Für ein großartiges Feuerwerk müssen wir uns wohl also ein weiteres halbes Jahr, bis zum Lichtfestival und dem Canada Day, gedulden.

p.s.: Zu allem Überfluss muss ich einen Muffeleintrag natürlich auch noch zweimal schreiben weil der erste im Datennirvana verschwunden ist.



Grouse Mountain – Über den Dächern von Vancouver by Robert Klinzmann
11/05/2009, 11:14 nachmittags
Einsortiert unter: Allgemein

Die neugewonnene Freizeit hab ich gestern erst einmal genutzt, um mit ein paar Freunden einen Ausflug zu starten, während Robert in der Uni schuften musste. Morgens gings mit der Fähre nach Nordvancouver und von dort aus mit dem Bus zum Fuße des Grouse Mountain. Dort nahmen uns gleich zwei der Einheimischen in Empfang.

Wolf1 wolf2

Für dieses Mal haben wir uns für die einfache Art und Weise entschieden, den Berg zu erklimmen; allerdings mit dem festen Vorsatz bei etwas wärmerem Wetter definitiv den  “Grouse Mountain Grind” (zu deutsch: Moorhuhn-Berg-Schinderei) genannten Aufstieg zum Gipfel zu nehmen.

Der leichte Weg

Dank phantastischem Wetter hatten wir auch tatsächlich einen wundervollen Blick auf Vancouver und Umgebung. Wie üblich überlasse ich ab hier größtenteils den Bildern das Reden.

Weg

Ausblick1

Ausblick2

Wir haben uns dann doch noch entschieden die letzten Höhenmeter zu Fuß zu bewältigen, um dann auch noch einen guten Blick auf das Gelände zu bekommen. Unterwegs haben wir dann noch ein paar weitere Bergbewohner getroffen.

bird deer

bear

Während die ersten beiden sich frei auf dem Gelände tummeln, darf Grinder (So hieß der Bär offenbar schon bevor er auf den Berg kam – ich glaube übrigens immer noch nicht an Zufälle) sich glücklich schätzen Bestandteil eines Pilotprojektes zur Auswilderung von Bärenwaisen zu sein. Offenbar werden in Kanada jährlich mehrere kleine Grizzlies zu Waisen, so dass eine Aufnahme in die überfüllten Zoos nur für sehr wenige Bären möglich und auch keine wirklich erstrebenswerte Lösung sein kann und ihre Überlebenschancen in der Natur gegen Null gehen. Auch wenn Grinder vermutlich nie selbst in den Genuss eines Lebens in freier Wildbahn kommen wird, ist er hoffentlich Pionier für viele andere die sein Schicksal teilen; drücken wir ihm also die Daumen, dass das Projekt ein Erfolg wird und die Forscher mit ihrer Vermutung recht behalten. Vom höchsten Punkt des Gipfels hat man auch einen guten Blick auf das Gelände.

Ausblick3

Und wer hätte es gedacht, auch in Nordamerika kehrt der Umschwung auf “sauberen” Strom ein.

Windrad

Noch einen letzten Blick auf das nicht mehr ganz so neue Heim, bevor es wieder dorthin zurück geht.

Ausblick3

Mark & DamianWährend der Rückfahrt mit der Fähre fiel mir auf dass die Skyline von Downtownvon dieser Seite im Dämmerlicht deutlich schöner aussieht. Aber scheinbar war ich zu fasziniert, um an ein Photo zu denken. Wo wir grad davon sprechen: Herzlichen Dank an Mark und Damian, deren Kamera die Bebilderung dieses Beitrags überhaupt erst möglich gemacht hat.



Zwischen Assoziaedern und Ahornblättern by Robert Klinzmann
11/04/2009, 2:20 vormittags
Einsortiert unter: Allgemein

associahedronDas dürfte momentan ungefähr die Form von meinem Kopf sein nachdem ich mich über ein Jahr mit Assoziaedern beschäftigt habe. Auch wenn ich nicht vollständig zufrieden mit der Arbeit bin, tummeln sich doch noch einige Ideen in meinem Oberstübchen, wie sich die Angelegenheit weiterverfolgen ließe. Bleibt nur noch die Frage zu klären, ob und in welcher Form ich das überhaupt möchte. Das schwankt momentan recht regelmäßig zwischen “So langsam ist aber mal gut mit dem Krempel!” und “Eigentlich ist das ganze viel zu spannend, um damit aufzuhören.” sowie sämtlichen Nuancen die dazwischen möglich sind. Doch fürs erste genug davon, wenn ich etwas mehr Abstand von der Sache habe werde ich euch vielleicht mit ein paar Details langweilen.

Ansonsten ist natürlich in den fünf Wochen seit dem letzten Eintrag eine Menge passiert. Angefangen bei einer großartigen Hausparty (knapp 100 Gäste), um die vier neueingezogenen (uns beide eingeschlossen) Bewohner zu begrüßen und gleichzeitig von vier Ausziehenden Abschied zu nehmen. Zwei Personen wurden dabei sogar doppelt bedacht.

Im Haus ging es zwischenzeitlich zu wie im Taubenschlag. Kate und Holly haben uns Richtung Calgary verlassen, Hannah hat sich auf den Heimweg gemacht und Karla sieht ihrem neuen Job in Singapur entgegen nachdem sie mit ihrer kleinen Weltreise fertig ist. Dafür haben Samantha und Douglas, die vorher unser Dachzimmer bewohnten, nochmal für eine Woche vorbeigeschaut und die freigewordenen Betten im Dorm sind nun von zwei bezaubernden Britinnen belegt – Alison und Rachel – beide Fans der Vancouver Canucks die mich für meine fehlende Euphorie während der Spielübertragungen rügen.blaetteraswald

Die geplante Wandertour mit Roberts Arbeitsgruppe musste leider Aufgrund von Erkältungen unsererseits abgesagt werden. Dafür haben wir aber schon den ein oder anderen geselligen Abend mit Kommilitonen und Freunden bei Abendessen, Wein und Kartenspiel verbracht und weiterhin die Stadt erkundet. Leider hat unsere Kamera den Anblick der universitätseigenen Schwitzhütten während “Campus revisited” nicht verkraftet, weswegen ihr euch fürs erste mit Archivbildern begnügen müsst.

Ansonsten ist hier der Herbst eingezogen, auch wenn es bisher lange nicht so regnerisch ist wie die Einheimischen gern behaupten, aber vielleicht kommt das ja noch.



Bald gehts weiter by Robert Klinzmann
10/28/2009, 1:41 vormittags
Einsortiert unter: Allgemein

Keine Angst, wir haben euch nicht vergessen. Tobias’ Diplomarbeit liegt in den letzten Zügen, also wirds hier bald auch wieder etwas mehr zu lesen geben.




Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.